Ylfete Fanay war am 5. März „Nahbar in der Cinebar“

Die Cinebar des Kinos Mohren bot den passenden Rahmen für ein politisches Format, das seinem Namen gerecht werden will: „NahBar“. Die Luzerner Regierungsrätin Ylfete Fanaj stellte sich den Fragen des Publikums – offen, direkt und ohne Berührungsängste. Zahlreiche Interessierte folgten der Einladung der SP Willisau und nutzten die Gelegenheit zum direkten Gespräch.
Im vorgängig von der Willisauer SP-Kantonsrätin Anja Meier geführten Interview gewährte Ylfete Fanaj dem aufmerksamen Publikum Einblicke in ihren persönlichen und politischen Alltag: in die Gepflogenheiten der Regierungsratssitzungen, ihre Führungsgrundsätze und in die Zusammenarbeit mit ihrem Team. Nach zweieinhalb Jahren im Amt zieht sie eine durchwegs positive Bilanz. Die Diskussionskultur im Regierungsrat sei konstruktiv, die Zusammenarbeit respektvoll, nicht zuletzt dank der Vielfalt an Erfahrungen und Perspektiven im Gremium.

Als Justiz- und Sicherheitsdirektorin steht sie einem Departement mit rund 1500 Mitarbeitenden vor. Umso mehr betonte sie, wie wichtig ihr der direkte Kontakt mit den Menschen sei. Ob bei Besuchen in Dienststellen oder nächtlichen Begleitungen von Polizeipatrouillen: Diese Nähe helfe ihr, Probleme besser zu verstehen und Lösungen zu finden – und zwar «nicht bloss von oben herab».
Auf die klar ablehnende Haltung der Luzerner Regierung zur Halbierungsinitiative (offiziell: Volksinitiative «200 Franken sind genug! (SRG-Initiative)») angesprochen, erklärte Fanaj, dass sich kantonale Regierungen normalerweise mit offiziellen Parolen zu eidgenössischen Abstimmungen zurückhalten. «Hier ist unser Kanton jedoch direkt betroffen.» Besonders die regionale Berichterstattung und das SRG-Regionalstudio Luzern für die Zentralschweiz wären ernsthaft gefährdet. Ziel der Regierung sei es deshalb, die bisherige neutrale und objektive Berichterstattung zu erhalten – ein zentrales öffentliches Gut, dessen Wert oft erst beim Verlust deutlich wird.
Auch das aktuell wieder intensiv diskutierte Thema Fangewalt kam zur Sprache. Ylfete Fanaj verwies dabei auf den «Luzerner Weg»: einen bewährten Mix aus Dialog, Prävention, lokal wirksamen Massnahmen und gezielter Polizeiarbeit und Einzeltäterverfolgung. Dieser Ansatz habe bereits Wirkung gezeigt, die Gewalt rund um Fussballspiele sei zurückgegangen. Sinnvoll und zielführend sei es, Verantwortung gemeinsam mit Fans, Vereinen und staatlichen Stellen wahrzunehmen, Fanaj verwies auf mehrere weitere sicherheitspolitische Themen, die bei ihr im Fokus stehen, darunter häusliche Gewalt, organisierte Kriminalität sowie Drogen- und Menschenhandel.Das geplante Sicherheitszentrum in Rothenburg, über welches die Stimmberechtigten noch in diesem Jahr abstimmen werden, sei eine strategisch wichtige Investition, damit der Kanton Luzern auch in Zukunft schnell, koordiniert und professionell auf Gefahren reagieren kann.
